Bildungshaus steht zur Disposition?

 

Die Gemeinde Löbichau arbeitet seit 2014 mit dem ZNL Neu Ulm  (TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen) intensiv zusammen. Im Januar 2015 wurde die Expertise zur Zukunft der Lernorte Grundschule-Kita- Hort vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Kindertagesstätte „Frechdachse“ mit der Grundschule „Theodor Körner Großstechau“.

 

Das Ziel des Bildungshauses Großstechau ist es, die Kinder beider Einrichtungen in ihrer Sozialkompetenz und Selbständigkeit zu stärken und den Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule für alle Kinder problemlos zu gestalten.

 

Dazu finden wöchentliche Treffen zwischen den Vorschulkindern und den Kindern der 1. und 2. Klasse statt, in denen die Kinder gemeinsam von- und miteinander lernen. Diese Schulstunden gehen nicht zu Lasten des normalen Unterrichts, sondern verknüpfen die Arbeitsweisen von Kindertagesstätte und Grundschule intensiv. Es fallen keine regulären Schulstunden aus. Das erste Treffen von den Kindergartenkindern und den Schulkindern fand am 23.08.2016 statt, die Kinder gestalten dabei Igel miteinander.

 

Die Vorteile einer ländlichen Schule liegen auf der Hand: Eltern und Schüler erreichen die Schule auf kurzem Weg. Schnelle Entscheidungswege garantieren eine kurzfristige Reaktion auf die Bedürfnisse der Kinder. In unserem Gebiet haben wir eine gute wirtschaftliche Infrastruktur, durch das Bildungshaus kommen die Unternehmer- und Einwohnerinteressen zusammen. Tolle Bildungsangebote sind attraktiv für Familien und bilden das Fundament für zukünftige Arbeitskräfte.

 

Unser Konzept ist langfristig und zukunftsorientiert gedacht.

 

Die Schließungspläne von Frau Sojka sind engstirnig, kurzfristig und keinesfalls zukunftsorientiert!  Auch die Schülerzahlen werden in den nächsten Jahren wieder steigen. Wo sollen denn die geburtenstarken Jahrgänge beschult werden? Wie lange muss dann ein Erstklässler mit dem Bus fahren?

 

Schon heute entscheiden sich Familien, ihre Kinder an ländlichen Schulen anzumelden, aus gutem Grund. Doch wohnt man in einer nicht der Schule zugehörigen Gemeinde oder Stadt, muss ein Gastschulantrag beim zuständigen Schulamt in Gera gestellt werden.

 

Eine junge Schmöllner Familie hat diesen Antrag gestellt, um ihre Tochter in Großstechau beschulen zu lassen. Dieser wurde mehrmals abgelehnt. Die Familie entschloss sich, diese Rückweisung nicht einfach hinzunehmen und legte Klage beim Verwaltungsgericht ein. Auch hier wurde der Widerspruch negativ beschieden. Durch einen Vergleich durfte die Schülerin jedoch in Großstechau eingeschult werden. Was für eine Odyssee musste diese Familie durchstehen, nur weil sie den Willen geäußert haben, frei zu entscheiden, in welche Schule ihr Kind gehen soll? Es ist wahrscheinlich dem Grund geschuldet, dass die Schulschließungspläne schon länger auf dem Tisch liegen und man systematisch die Grundschule Großstechau ausbluten lassen will. An anderen Schulen werden Gastschulanträge ohne viele Überlegungen genehmigt. Gelten nicht in allen Schulen Thüringens gleiche Bedingungen? Warum gibt es solche Unterschiede?

Das Thüringer Bildungsministerium, unter Leitung von Frau Klaubert, hat es versäumt, seine verfehlte Einstellungspolitik bei der Gewinnung neuer Lehrer zu überdenken. Das Bundesland schafft es nicht, Lehrer nach Thüringen zu holen. Ausschreibungen, Einstellungsgespräche und Einstellungen sind viel zu spät!

 

Andere Bundesländer sind viel schneller und auch bereit, die Lehrer besser zu bezahlen. Bevor sich das Land Thüringen dazu entschließt, einen Lehrer zu verpflichten, haben andere Bundesländer dessen Bewerbungen schon längst wohlwollend angenommen.

 

Der Lehrermangel, die Überalterung und Krankheiten der Lehrer, wegen ständiger Überbelastung sind schon lange bekannt! Warum steuert das Thüringer Bildungsministerium nicht dagegen? Wird der Lehrermangel in Thüringen als Vorwand genommen, um den Erhalt von kleineren Schulen in Frage zu stellen? Kleine Schulen sollen diese Verfehlungen nun ausbaden.

 

In Löbichau/Großstechau lernen die Kinder im ländlichen Raum. In ihrem bekannten, örtlich nahen Umfeld können sich nach ihren persönlichen Bedürfnissen entwickeln. Wir sind von diesem Konzept überzeugt und unterstützen es.

 

Elternvertretung und Förderverein der Grundschule Großstechau